Mikroplastik in der Kosmetik

Am vergangenen Samstag fand im Umweltzentrum Ronney ein Naturkosmetik Seminar statt. Bereits seit Jahren können Interessierte dieses Angebot nutzen und einen solchen Kurs besuchen.

Der Begriff Mikroplastik ist derzeit in aller Munde und ist Ursache für das Umdenken vieler Menschen in Bezug auf die eigene Lebensweise. Die Hashtags nonwaste,zerowaste oder lesswaste titeln zahlreiche Instagram, Facebook oder Pinterest Beiträge im Internet und rufen die Communitiy zu einem plastikfreien Leben auf. Doch was ist eigentlich Mikroplastik und was sucht es in unserem Badezimmer? Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige, nicht abbaubare Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind.   Zum einen werden sie primär für die Kosmetikindustrie hergestellt und zum anderen entstehen sie sekundär durch die Zerkleinerung von größeren Plastikteilen.

Derzeit spülen wir Tonnen von Kunststoff in unsere Meere, denn nicht nur die Verpackung unserer Lieblingskosmetika besteht aus Plastik, sondern auch der Inhalt. In der Kosmetikindustrie dienen die kleinen Plastikpartikel als Schleifmittel oder werden eingesetzt, um den Glanz und die Konsistenz zu verbessern. Nicht nur Peelings und Duschgele sind betroffen, auch in Make-up, Wimperntusche, Sonnencreme und Zahnpasta befinden sich die gefährlichen Kunststoffe. Über den Abfluss gelangt das Plastik ins Meer und richtet dort weiteren Schaden an. Primäres Mikroplastik ist zu klein, um von den Kläranlagen gefiltert zu werden. Einmal Duschen spült 100.000 Plastikteilchen ins Wasser. Dort fressen die Fische die mit Umweltgiften belasteten Partikel. Das Mikroplastik sammelt sich im Fettgewebe der Tiere und verursacht Entzündungen und Störungen im Hormonhaushalt.  Am Ende der Kette landet der Fisch samt dem Gift auf unserem Teller und damit letztendlich in unseren Bäuchen. Auch im Menschen wurden die Plastikpartikel bereits nachgewiesen. Die bisherigen Auswirkungen sind bislang unbekannt, jedoch weiß man, dass Menschen diese Kunstoffe nicht ausscheiden können. Nicht nur Fischliebhaber sind betroffen, denn das Mikroplastik gelangt im Klärschlamm, der als Dünger benutzt wird, auf die Felder und somit ins Grundwasser, Leitungswasser und am Ende auch in anderen Nahrungsmitteln.

Obwohl der Großteil der Verschmutzung auf Tüten, Flaschen und größeren Teilen aus Plastik zurückzuführen ist, ist der Anteil der von der Kosmetikindustrie verursachten Plastikpartikel in der Umwelt nicht unerheblich.

Wer Mikroplastik vermeiden will, sollte einen genauen Blick auf die Verpackung werfen. Zwar gibt es bisher keine Regelung, was in ein Produkt darf und was nicht, jedoch verraten die INCI-Bezeichnungen, die unter „Ingredients“ aufgezeichnet sind, ob das Produkt Plastik enthält oder nicht. Es besteht allerdings keine explizite Kennzeichnungspflicht und somit sind Wachse, Gele und flüssige Polymere längst nicht erfasst. Ein sicherer Schritt ist die Umstellung auf Naturkosmetik. Zertifizierte Naturkosmetik mit einem Siegel ist frei von Kunststoffen und somit keine Bedrohung für Mensch, Tier und Umwelt.

Natürlich lässt sich Naturkosmetik auch einfach selbst herstellen. Das Umweltzentrum Ronney führt mehrmals jährlich solche Seminare durch, um den Umstieg auf Naturkosmetik zu erleichtern. Teilnehmer erfahren Wissenswertes über ihre Haut, lernen verwendete Rohstoffe kennen, erhalten Tipps und stellen selbst ein paar Produkte her. Marie Henke: „Je nachdem welche Jahreszeit wir haben und was uns die Natur derzeit liefert, stellen wir Deos, Cremes, Zahnpasta, Spülungen, Shampoos etc. her.“ Zwar ist die Herstellung zeitintensiv und die Produkte nicht so lange haltbar wie konventionelle Kosmetika, jedoch kann jeder nach Belieben und Verträglichkeit sein eigenes Produkt kreieren. Dabei setzen wir auf Klassiker wie Brennnessel, Ingwer oder auch die Kastanienfrucht. Zusätzlich versorgen uns die eigenen Bienenvölker  mit Honig und Bienenwachs, der als wertvoller Konsistenzgeber in Cremes und Salben dient.

 Das Umweltzentrum richtet sein Konzept nach den 17 Zielen der Agenda 2030 aus und fördert damit eine nachhaltige Entwicklung durch die Vermittlung von notwendigen Kompetenzen, um künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.   

Tipps, um Plastik in der Kosmetik zu vermeiden:

  1. Zertifizierte Naturkosmetik kaufen
  2. Verpackungen genau studieren. Hier einige INCI Kennzeichnungen:
  • Acrylates/C10-30
  • Alkyl Acrylate Crossploymer
  • PEG/PPG-17/18-Dimethicone
  • Silikone z.B. Cyclotetrasiloxane, Cyclopentasiloxane, Cyclohexasiloxane, Cyclomethicone / Silsesquioxane / Trimethylsiloxysilicate (Siliconharz)
  • Polyacrylate
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylene Glycol (PEG-) (schwer abbaubar ab PEG-50)
  • Polyethylene Terephthalate (PET)
  1. Plastikfreie Kosmetik einfach selbst herstellen

Naturkosmetikseminare im Umweltzentrum Ronney:

  • 25. Januar, 10.15 Uhr
  • 22. Februar, 10.15 Uhr

Preis 20 Euro inkl. Material Bitte zwei Schraubgläser mitbringen. Anmeldungen unter 039247/413 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rezept für eine Haarspülung:

150 Millimeter Brennnesselaufguss, 4 EL Apfelessig und 2 TL Honig

Alles miteinander verrühren und in einem Gefäß kühl stellen. Nach dem Haare waschen kurz einwirken lassen und gründlich ausspülen. Die Brennnessel reguliert die Talgreduktion, stärkt das Haar und regt das Haarwachstum an. Apfelessig und Honig sorgen für glattes, glänzendes Haar und beruhigen die Kopfhaut.

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